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Plastikfrei leben: 10 sinnvolle Einsteigertipps für den Alltag

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Sei es beim Essen oder bei Hygieneartikel – beim alltäglichen Konsum kommt man heutzutage kaum an Plastik vorbei. Damit du mit deinem Verhalten nicht unnötig zum wachsenden Müllberg beiträgst, kommen hier zehn Tipps, mit denen du den Kunststoff vermeiden kannst.

von , News-Redakteurin
Auf dem Bauernmarkt umweltfreundlich einkaufen
iStockphoto

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Durch die Natur zu schlendern, ist doch einfach herrlich. Weit und breit nichts, was dich stören könnte. Nur Tiere, Pflanzen, frische Luft und ... Plastik? 

Leider ja. Wer etwas achtsamer durch die Gegend läuft, wird schnell feststellen: An herumliegendem Müll kommt man vielerorts kaum noch vorbei.
 

Plastik ist eine Belastung für die Natur

Egal, ob unachtsam weggeworfen oder versehentlich verloren: Plastikmüll sieht nicht nur unschön aus, er stellt auch eine enorme Gefahr für die Natur dar.

Viele Tiere verwechseln die Teile nämlich mit Nahrung und verhungern qualvoll mit gefüllten Mägen – ein sehr trauriges Bild, welches eigentlich leicht vermieden werden kann.

Den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, ist ein guter Schritt; ihn gar nicht erst zu produzieren aber ein noch viel besserer.

Deshalb kommen hier die besten Tipps zur Plastikvermeidung, die du ganz einfach in deinen Alltag integrieren kannst.

 

1. Coffee-to-go im eigenen Becher

2,8 Milliarden Kaffeebecher pro Jahr, so viel verbrauchen allein die Deutschen nach , um sich schnell ihren Koffeinkick für Unterwegs zu sichern.

Neben dem produzierten Müll haben die Becher noch weitere Nachteile: Die Finger verbrennen außen, der Kaffee innen wird schnell kalt und dann schwapppt das Ganze auch gerne mal über.

Wie wäre es also, gleich auf einen zu setzen, denn du bei jedem schnellen Abstecher ins Café einfach auffüllen lässt?

Viele Cafés sind sogar schon auf den Trend aufgesprungen und geben kleine Rabatte für selbstmitgebrachte Gefäße.
 

2. Leitungswasser statt Plastikflasche

Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, ist nicht nur schwer zu tragen, auch die Müllmassen werden so noch größer. Viel besser: Leitungswasser. Das kannst du nämlich fast überall in Deutschland ohne Bedenken trinken.

Wem der Umweltschutz als Argument nicht reicht: Du kannst durch Leitungswasser jede Menge Geld sparen. Ein Liter aus der Leitung kostet in Deutschland rund 0,2 Cent.

Mineralwasser aus dem Supermarkt hingegen zwischen 19 und 50 Cent pro Liter. Ein Euro macht also 500 Liter Leitungswasser aber nur zwei bis fünf Flaschen Mineralwasser – das läppert sich.

3. Jutebeutel statt Plastiktütchen

Bei einer gesunden Ernährung stehen vor allem Obst und Gemüse ganz oben auf dem Speiseplan. Doch hier lauert eine gewaltige Plastikfalle.

Zum Transport greifen die Meisten nämlich gerne zu den luftig leichten Plastiktütchen, die überall in den Supermärkten hängen. Viele benutzen für jede Sorte sogar eine eigene Tüte.

Viel besser: Verwende , die du bei jedem Einkauf wieder mitbringen und erneut verwenden kannst. Viele Supermärkte bieten diese schon für einen geringen, einmaligen Preis an.

Und auch an der Kasse kannst du easy auf die Plastiktragetüte verzichten, wenn du stattdessen deinen eigenen Jute-Beutel mitbringst. Der Hippie-Style ist wieder angesagt!
 

4. Auf Plastikverpackungen verzichten

Aber selbst wenn du auf extra Plastiktüten zum Tragen verzichtest, ist der Kunststoffverbrauch auf den ersten Blick fast nicht zu vermeiden. 

Fast jedes Stück Obst oder Gemüse ist von einer Folie umgeben, Fleisch und Brot sowieso und auch Nüsse oder Samen gibt es im Supermarkt nur abgepackt. 

Doch das muss nicht sein: 

  • Wähle die Produkte wie GurkenPaprika und Salat, die es ohne Schutzhülle gibt.
  • Spare an der Frischetheke Plastik, indem du selbst Behältnisse mitbringst.
  • Greife zu Glasbehälter statt Konserven – diese geben auch sicherlich keine bedenklichen Stoffe in das Essen ab. 

Am meisten Müll sparst du allerdings, wenn du in Unverpackt-Läden oder frisch auf dem Markt einkaufst – hier kannst du vollständig auf Plastik verzichten und die Qualität ist zudem meist unschlagbar. 

Übrigens: Plastik ist nicht nur um bestimmten Lebensmitteln herum, sondern auch darin. Beispielsweise enthalten herkömmliche Kaugummis Plastik. Das ist auch der Grund, wieso die Flecken jahrelang auf den Straßen überdauern. Bio-Kaugummis können hier eine gute Alternative sein.

Auch Online-Shopping trägt einen großen Teil zum Müllberg bei, denn oft werden die Produkte mit unnötig viel Plastik verpackt. Lokal zu kaufen, unterstützt nicht nur die kleinen Läden, du hilfst zudem der Umwelt in vielen Hinsichten. 
 

5. Alltagsgegenstände ersetzen

Doch nicht nur Verpackungen tragen dazu bei, dass die Plastikverschmutzung stetig zunimmt. Auch viele alltägliche Gebrauchsgegenstände sind aus Kunststoff hergestellt und landen früher oder später im Müll. 

Zum Glück gibt es jede Menge umweltfreundliche Alternativen aus Holz, Metall oder Glas. Vor allem im Bad und in der Küche lässt sich so einiges an Müll vermeiden.

Probiere doch lieber folgendes aus:

  • Zahn- oder Spülbürsten aus Holz
  • Schwämme und Tücher aus Baumwolle und anderen ökologischen Materialien
  • Wiederverwendbare Strohhalme aus Glas oder Metall
  • Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie
  • Brotdosen aus Edelmetall oder Salatgläser als Aufbewahrungsgefäße
  • Küchenuntensilien wie Salatbesteck, Kochlöffel, Schneidebretter gibt es alle aus Holz

6. Auch bei der Kosmetik auf Plastik achten

Wer radikal auf Plastik verzichten will, der kann sich Deos, Abschminköle und sogar Zahnpasta selbst anrühren. Für den Anfang reicht es allerdings schon, wenn du auf einige Kleinigkeiten achtest. 

Viele Kosmetikprodukte wie Shampoos enthalten beispielsweise kleine Partikel von Mikroplastik, die unmittelbar im Wasser landen. Ein kurzer Blick beim Einkauf auf die Packung kann dies vermeiden. 

Diese Begriffe deuten auf Microplastik hin: 

  • Acrylate Copolymer (AC) und Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Stoffe, die mit einem "Poly" anfangen wie Polyamide (PA, Nylon), Polyacrylate (PA) oder Polyethylene (PE)
  • Siloxane

Einen einfachen Überblick geben kostenlose Apps wie  und  – Barcode scannen und plastikfrei einkaufen.

Aber auch die Verpackungen von Handseife, Duschgel und Co. lassen sich vermeiden, indem du zur festen Variante greifst, die in Pappe oder Papier verpackt ist – diese duften und reinigen mindestens genauso gut. 

Auch Einwegartikel wie Wattestäbchen, Kosmetiktücher oder Zahnseidesticks gibt es schon aus Papier, Holz und Baumwolle. 
 

7. Wiederverwendbare Damenhygieneartikel

Diese eine Woche des Monats ist für viele Frauen nicht nur eine körperliche Belastung, leider fällt im Normalfall durch Binden und Tampons jede Menge Müll an. 

Menstruationstassen oder Perioden Pantys sparen eine Menge Plastik, sind sehr praktisch und haben noch viele weitere Vorteile – vor allem für deine Gesundheit und deinen Geldbeutel. 
 

8. Geröstete Bohne statt Kapselkaffee

Schnell morgens zwei Handgriffe an der Kaffeemaschine getan und das heiße Wasser wird durch die kleine Kapsel gespült. Das ist praktisch, erzeugt jedoch unmengen als Müll. 

Anstatt auf Hightech zu setzen, kannst du beim Kaffee lieber traditionell bleiben und dich am erfreuen, wenn diese für Filterkaffee oder in der French Press frisch aufgebrüht wird. 

Leckeren Haselnuss- oder Karamell-Geschmack kannst du ganz einfach mit einem entsprechenden Sirup erzeugen – den gibt es auch in kleinen Glasfläschen. 
 

In der Bildergalerie: Wach ohne Kaffee: Das sind die besten Alternativen

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 9. Kräuter selbst anpflanzen

Was wären viele leckere Gerichte ohne ein würziges Aroma? Viele Kräuterarten sind daher aus unseren Küchen nicht more wegzudenken. 

Doch immer wieder Stängel und Blätter in Plastikschalen oder die getrockneten Varianten in kleinen Dosen zu kaufen, erzeugt mit der Zeit viel Müll. 

Zum Glück kannst du das vermeiden, indem du die Kräuter selbst anbaust. Dabei musst du nicht einmal unbedingt einen großen Garten haben.

Über einen sonnigen Platz auf deiner Fensterbank freuen sich viele Pflanzen wie Rosmarin, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie.

Dabei sieht kleine Kräutersammlung nicht nur toll aus, du kannst dich zudem immer an dem frischen Geschmack erfreuen. 
 

10. Geschenke anders verpacken

Geburtstage, Weihnachten, Jahrestage: Es gibt so viele Gelegenheiten, an denen wir unseren Liebsten mit Geschenken eine Freude bereiten wollen.

Meist werden diese mit Geschenkpapier eingepackt und mit schicken Schleifen versehen. Doch die schöne Verpackung hält oft nicht lange und wandert direkt wieder in den Müll. 

Setze daher auf Verpackungen, die moremals verwendet werden können wie kleine Kisten oder Tüten. Die sind zwar auch mit Kunststoff beschichtet, überleben jedoch viele Geburtstage. 

Oder noch besser: Spare dir die Kosten und verwende alte Zeitungen oder Zeitschriften.
 

Umdenken ist der erste Schritt

Natürlich gibt es noch viele viele weitere Dinge, die du tun kannst, um deinen Plastikverbrauch zu reduzieren. Für den Anfang sind dies jedoch die ersten Schritte, die du leicht im Alltag umsetzen kannst.

Am wichtigsten ist sowieso, dass du ein Bewusstsein für die Thematik entwickelst. Nach und nach kannst du dann weitere Punkte in dein Leben einbauen – so verlierst du auch nicht den Spaß an der ganzen Sache. 

Du wirst merken: Mit der Zeit wird dir der Plastikverzicht immer leichter fallen. 

Autor
, News-Redakteurin
Quelle
Umweltbundesamt (2019): Mehrweg statt Einweg für Kaffee und Co. Studie: Einwegbecherverbrauch könnte in drei Jahren um die Hälfte sinken, abgerufen am 15.08.2019: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/moreweg-statt-einweg-fuer-kaffee-co
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