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Depressive Vagina: Wenn die Laune in die Hose geht

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Es klingt zunächst vielleicht amüsant und absurd, aber es stimmt: Auch die Vagina kann eine Depression entwickeln. Wir erklären, was an dem Phänomen der depressiven Vagina dran ist und was du dagegen tun kannst.

von , Online-Redakteurin
Frau liegt im Bett
unsplash / Daria Litvinova

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Schlechte Laune, die sich auch nach Tagen nicht legt, kennen wir alle. Nicht wenige Menschen werden darüber hinaus von depressiven Phasen geplagt.

Was aber, wenn auch andere Körperteile unter Depressionen leiden?

Wenn die Vagina keine zärtliche Aufmerksamkeit more bekommt und daher nicht feucht-fröhlich ist, bleibt auch sie nicht von einer Depression verschont.
 

Eine Vagina mit Depressionen – was ist das?

Wenn du schon länger keinen Sex more hattest, kann das auf Dauer zur Belastung werden.

Deiner Vagina geht es ähnlich: Durch die fehlende Stimulation wird sie schlechter durchblutet und die Sauerstoffzufuhr bleibt aus. Das sorgt dafür, dass sich die Kollagenfasern in der Scheidenwand zurückbilden.

Wenn sich die Zeit ohne Zärtlichkeiten dann in die Länge zieht, nehmen dadurch die Elastizität des Bindegewebes und der Scheidenwand ab.

"Die depressive Vagina, auch vaginale Atrophie genannt, ist ein anerkanntes Krankheitsbild. Depression bedeutet 'fehlender Antrieb', was im Falle der Vagina heißt, dass keine Sexualität stattfindet und die Scheide damit stillgelegt wird", erklärt Dr. Axel-Jürg Potempa, Facharzt für Urologie mit Schwerpunkt Sexual- und Partnerschaftsmedizin aus München.

Dass sich die Vagina „zurückzieht“ und auf Sparflamme schaltet, ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers. So spart er Energie.

Kommt es dann wieder zum Sex, kann das in manchen Fällen unangenehm und schmerzhaft werden.

Wer ist von einer Vagina-Depression betroffen?

Prinzipiell kann eine solche Depression in jedem Alter auftreten. Auffällig ist allerdings, dass die Beschwerden vermoret in den Wechseljahren auftreten, da in dieser Zeit der Östrogenspiegel sinkt.

Dieser sorgt unter anderem dafür, dass die Scheidenflora gesund und das Bindegewebe in der Vaginawand elastisch bleibt, erklärt der Fachmediziner.

Wer also unter einem Östrogenmangel leidet, ist wahrscheinlich eher davon betroffen, dass untenrum depressive Stimmung herrscht.

Bis die Vagina allerdings depressiv wird, dauert es einige Monate, wenn nicht sogar Jahre. Besonders bei jungen Frauen, deren sexuelle Neugier in der Regel stärker ausgeprägt ist, tritt dieses Phänomen nicht allzu oft auf.
 

Wie äußert sich eine depressive Vagina?

Diese Merkmale können auf eine depressive Vagina hinweisen:

  • Trockenheit
  • Juckreiz
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Weniger Lust auf Sex

Da die Symptome einer Pilz- oder bakteriellen Infektion ähneln, sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.
 

Was kann frau gegen eine depressive Vagina tun?

In einem solchen Fall helfen keine Tabletten, sondern eine ganz andere Therapie: Sex.

Damit sich die Vagina von der depressiven Stimmung verabschiedet, hilft regelmäßiger Sex oder Selbstbefriedigung, so der Experte.

Ob mit einem Partner, einer Partnerin oder alleine, das Ziel ist, dass die Vagina stimuliert und so auch wieder besser durchblutet wird.

"Um sich wieder an die Sexualität heranzutasten, ist Selbstbefriedigung der beste Weg. Hierbei kann jeder selbst bestimmen, wie weit er gehen möchte, ohne, dass es unangenehm oder schmerzhaft wird", empfiehlt Dr. Axel-Jürg Potempa.
 

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Da sich die Scheide erst wieder an eine solche Beanspruchung gewöhnen muss, sollte nichts überstürzt oder erzwungen werden. Gleitgel kann dabei helfen, die Trockenheit auszugleichen.

Auch auch diverse und  können hilfreich sein.

"Besonders Spielzeuge, die den klitoralen Bereich stimulieren und nicht direkt in die Scheide eindringen, können die Lust an der Sexulität wieder steigern", so der Experte.

Bei einem Östrogenmangel kann zudem auch eine östrogenhaltige Salbe helfen. Diese wird vom Frauenarzt verschrieben. Allerdings sollten besonders jüngere Frauen damit vorsichtig sein – die Salbe könnte den Hormonhaushalt schnell durcheinanderbringen.
 

Kann auch der Penis depressiv werden?

"Auch Männer können von einer solchen Depression betroffen sein. Der Penis ist dann zwar nicht ganz stillgelegt, da ihn  Erektionen im Schlaf oder auch tagsüber auf Trab halten, dennoch ist es möglich, dass der Testosteronspiegel heruntergefahren wird.

Es kann auch sein, dass sich später sogar Muskelzellen in Bindegewebe umwandeln. Das heißt: Auch die Sexualität des Mannes kann sich reduzieren", erklärt Dr. Potempa.

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