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Falten weg, Gefühle weg? So wirkt sich Botox auf die Gefühslwelt aus

Wenn wir happy sind, lächeln wir – aber umgekehrt brauchen wir auch unsere Mimik, um unsere Emotionen zu triggern. Welchen unerwünschten Effekt kann Botox haben?

von Cover Media
Frau lächelt
Unsplash / Lesly Juarez

Wenn sich jemand mit Botox Fältchen wegspritzen lässt, erscheint die Mimik oft starrer und bestimmte Gefühlsregungen lassen sich am geglätteten Gesicht nicht more ablesen.

Weil das Nervengift Botulin Muskeln vorübergehend lähmt, wird es beispielsweise oft schwer, die Stirn zu runzeln. Manchen gelingt sogar kein spontanes Lächeln more.

Doch nicht nur das Zeigen von Gefühlen wird durch Botox beeinträchtigt: Wie Forscher jetzt herausfanden, spürt die/der Gespritzte selbst dadurch weniger Emotionen.
 

Glatte Fassade – und nichts dahinter?

Fallen Informationen von den Nervenzellen an die Schaltzentrale weg, weil die Gesichtszüge gelähmt sind, wird auch das Gefühlsleben ärmer, vermuten Wissenschaftler.

"Nach einer Botoxbehandlung kann eine Person zwar ansonsten normal auf eine emotionale Situation reagieren, beispielsweise eine traurige Filmszene, aber durch die Injektionen bewegen sich die Gesichtsmuskeln weniger. Dadurch erhält das Gehirn weniger Feedback über Gefühlsausdrücke", erklärt der Psychologe Joshua Davis, der am New Yorker Barnard College forscht, gegenüber dem Portal 'livescience.com'.

"Dies ermöglicht uns Tests, die zeigen sollen, inwiefern die Mimik und das sensorische Feedback, das das Gehirn erhält, unsere Gefühle beeinflussen kann."
 

Studie über die emotionalen Nebenwirkungen von Botox

Für diese Tests wurden zwei Versuchsgruppen gebildet: Die eine bestand aus Menschen, die sich Falten mit Botoxinjektionen glätten ließen; die anderen hatten sich Restylane spritzen lassen, einen Filler, der die Haut aufpolstert und so glättet, aber keine lähmende Wirkung besitzt.

Beiden Gruppen zeigte Davis zusammen mit seiner Kollegin Ann Senghas emotional aufwühlende Videos.

Im Vergleich zur Restylance-Gruppe erlebten die Botox-Probanden eine "insgesamt schwächere emotionale Erfahrung". Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin ''.
 

Macht falsches Lächeln glücklich?

Die Idee, dass man seine Emotionen über die eigene Mimik beeinflussen kann, ist nicht neu. Schon vor über hundert Jahren riet man Menschen, sich sozusagen glücklich zu lächeln.

"Man könnte sagen, dass unsere Arbeit allgemeine Annahmen bestätigt: 'Fake it till you make it'", sagte Joshua Davis.

Wer sich zwinge, öfter zu lächeln, werde dadurch mit der Zeit die Emotionen entwickeln und spüren, die sonst auf natürlichem Wege ein Lächeln auf die Lippen zaubern – also Freude, Zufriedenheit und Glücksempfindungen.

Und natürlich sorgt man damit auch bei anderen Menschen für positive Emotionen, was wiederum für ein angenehmeres Miteinander sorgt.

Autor
Cover Media
Quelle
NCBI (2010): The Effects of BOTOX® Injections on Emotional Experience, abgerufen am 17.07.2019 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2880828/
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