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Kopfschmerzen durch Kaffee: Koffein kann Migräne-Anfälle auslösen

Viele Menschen trinkenKaffee, weil sie davon ausgehen, dass dieser gegen Kopfschmerzen hilft. Eine aktuelle Studie zeigt: Mehr als zwei Tassen täglich können Kopfschmerzen sogar begünstigen.

von , News-Redakteurin
Frau mit Kaffee in der Hand hält sich den Kopf
iStockphoto

Kaffee ist ein beliebter Wachmacher, regt die grauen Zellen an und manch einer kommt ohne die geröstete Bohne morgens überhaupt nicht aus dem Quark. 

Doch bevor du das nächste mal hastig zur Kaffeetasse greifst, um dir einen Energiekick zu verschaffen, solltest du das Ganze lieber noch einmal überdenken – vor allem, wenn du des Öfteren an Kopfschmerzen leidest.
 

Häufigkeit und Dosis entscheidend

Wie eine Studie unter der Leitung des Beth Israel Deaconess Medial Center zeigt, erhöhen drei oder more koffeinhaltige Getränke pro Tag nämlich die Kopfschmerzwahrscheinlichkeit. Besonders für Migräne anfällige Menschen sind betroffen.

Alle Frühstückskaffeetrinker können aber aufatmen: Ein bis zwei der koffeinhaltigen Getränke pro Tag wirken sich nicht drastisch auf das Auftreten von Migräneattacken aus. 

Laut der Forschungsleiterin Elizabeth Mostofsky sei die Rolle von Koffein sehr komplex: Auf der einen Seite kann es Schmerzen auslösen, auf der anderen Seite aber auch bei der Kontrolle von Symptomen helfen.

Wie Kaffee wirkt, hängt laut der Wissenschaftlerin allein von der Dosis und Häufigkeit des Konsums ab. 
 

Viele Faktoren spielen zusammen

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie die Tagebuchaufzeichnungen von 98 Erwachsenen mit regelmäßig auftretenen Kopfschmerzen über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg auswerteten. 

In diesen sollten die Teilnehmer die täglich konsumierten koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Tee, Limonade oder Energy-Drinks dokumentieren. 

Zudem sollten Angaben zu Einsetzen, Dauer und Intensität der Schmerzen sowie den eingenommenen Medikamenten gemacht werden. 

Auch Informationen zu anderen Faktoren wie Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, Symptome einer Depression oder psychischer Belastungen, Schlafmuster und Menstruationszyklen gehörten dazu.
 

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Erhöhte Migränewahrscheinlichkeit durch Koffein

Durch den unterschiedlichen Koffeingehalt der einzelnen Getränke konnten die Wissenschaftler bei den Auswertungen keine genaue Mengenangabe bestimmen, die zu einem erhöhten Migränerisiko führt. 

Allerdings zeigte sich, dass an den Tagen, an denen die Probanden drei oder more koffeinhaltige Getränke zu sich nahmen, sowie am Tag danach die Kopfschmerzwahrscheinlichkeit erhöht war.

Bei Personen, die regulär nur sehr wenig Koffein konsumierten, erhöhten schon ein bis zwei Getränke die Wahrscheinlichkeit von Kopfschmerzen oder Migräne.
 

Koffein wirkt komplex

"Die Wirkung von Koffein hängt sowohl von der Dosis als auch von der Häufigkeit ab", resümiert Studienautorin Elizabeth Mostofsky .

"Da es jedoch nur wenige Studien zum Zusammenhang von Migränekopfschmerzen nach der Einnahme von Koffein gibt, haben wir zu wenig Hinweise, um Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Migräne auszusprechen."

Trotzdem konnte die Studie zeigen, dass Koffein neben Aspekten wie Wetter, Stress und Schlafstörungen ein Auslöser von Migräne sein kann.

Solltest du selbst unter starken Kopfschmerzen leiden, könnte sich ein Koffeinverzicht also positiv auf dein Leiden auswirken – ein Versuch kann nicht schaden!

Autor
, News-Redakteurin
Quelle
Mostofsky, E., et. al (2019): Prospective Cohort Study of Caffeinated Beverage Intake as a Potential Trigger of Headaches among Migraineurs, abgerufen am 08.08.2019: https://www.amjmed.com/article/S0002-9343(19)30210-4/fulltext
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