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Nehme ich schneller ab, wenn ich vor dem Workout nichts frühstücke?

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Aufgestanden, Sportklamotten an und los – das klingt gut. Doch solltest du vorher eine Kleinigkeit essen? Fitness- und Ernährungsexperte Dr. Frank-Holger Acker erklärt, welche Vor- und Nachteile ein Training auf nüchternen Magen hat.

von , News-Redakteurin
Frau joggt im Wald
iStockphoto

Zum ideale Start in den Tag gehört für dich ein morgendliches Workout, das dich Energie und Kraft tanken lässt? Prima!

Wenn es außerdem dein Ziel ist, abzunehmen, dann stellst du dir früher oder später bestimmt die Frage, ob du vor dem Training eine Kleinigkeit essen solltest oder nicht.
 

Schneller abnehmen auf leeren Magen?

Das Frühstück oder den Pre-Workout-Snack ausfallen zu lassen, erscheint auf den ersten Blick logisch, greift das Training auf leeren Magen doch direkt die Fettreserven deines Körpers an.

Ist ein schneller Abnehmerfolg durch Nüchterntraining also garantiert?

Dieser Ansatz erscheint zwar plausibel, allerdings gehören noch weitere Aspekte dazu, die über deinen Abnehmerfolg entscheiden.

Das Wichtigste vorneweg: Eine einzige, richtige Art und Weise den Frühsport anzugehen, gibt es nicht. 

Generell gilt beim Abnehmen immer: Du musst more Kalorien verbrauchen, als du zu dir nimmst. Dabei ist erst einmal egal, wie du dieses Kaloriendefizit erreichst.

Sowohl für ein Frühstück als auch für das Training mit leerem Magen gibt es Vor- und Nachteile. Im Endeffekt kommt es ganz auf deinen Körper und deine Empfindungen an.
 

Kohlenhydratspeicher werden geleert

"Wenn wir halbwegs intensiv trainieren, ist davon auszugehen, dass der Großteil der Enerige während des Workouts aus Kohlenhydraten stammt", erklärt der Fitness- und Ernährungsexperte .

Trainierst du also vor dem Frühstück, so leerst du durch die körperliche Anstrengung die Kohlenhydratspeicher in deiner Muskulatur. 

Isst du dann nach einem ausgiebigen Training einen Haufen Kohlenhydrate, werden diese zunächst in der Muskulatur eingelagert, um die leeren Speicher zu füllen. 

Die Gefahr, dass die gegessenen Carbs sofort als Fett auf deinen Hüften landen, ist also deutlich geringer. Ein klarer Pluspunkt für das Nüchterntraining!

Die fehlende Energie ausgleichen

So positiv das auch klingen mag, natürlich ist ein morgendliches Training auf nüchternen Magen nicht ausnahmslos für jeden etwas. Es kann zu Leistungseinbußen kommen.

"Wir verlieren über Nacht eine gewisse Menge Wasser", erklärt der Experte. "Und schlecht hydrierte Muskeln können weniger leisten."

Acker empfiehlt daher, alle 15 Minuten jeweils 200 Milliliter Wasser zu trinken, um so vor, aber auch während des Trainings den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.

Deutlich more Flüssigkeit sollte es jedoch auch nicht sein, da der Dünndarm nur eine gewisse Menge in einem Rutsch aufnehmen kann. 
 

Einen stabilen Blutzucker herstellen

Auch mit der Stabilisierung des Blutzuckers haben viele Menschen in den Morgenstunden zu kämpfen. 

"Dieser Vorgang muss über die Leber geleistet werden, die ebenfalls Kohlenhydrate speichert und nachts, während wir nicht essen, das Gehirn und andere Abnehmer damit versorgt."

Die Größe der Leberspeicher ist von Person zu Person unterschiedlich und besonders zierliche Menschen haben eher kleine Reserven – Kreislaufprobleme sind dann sehr wahrscheinlich.

Acker empfiehlt, vor dem Aufstehen drei bis vier Gramm Salz mit einem großen Schluck Wasser zu trinken. Das Natrium bindet nämlich das Wasser im Blut und erhöht dadurch den Blutdruck. 

Noch ein Tipp: Lutsche danach ein Stück Traubenzucker. Ein Teil der Kohlenhydrate wird über die Mundschleimhäute direkt ans Blut abgegeben, der Rest gelangt beim Schlucken in die Leber. Bis zum Frühstück sollte dies deinen Körper unterstützen. 
 

Höre auf deinen Körper

Natürlich ist jeder Körper unterschiedlich und was für einen Menschen bestens funktioniert, ist für eine andere Person trotzdem nicht die ideale Lösung. Generell kannst du deine Abnehmerfolge durch Nüchterntraining pushen – sofern dein Körper mitmacht.

Probiere einfach aus, was für dich die beste Variante ist. Dich hungrig durch ein Training zu quälen erzielt auf lange Sicht gesehen sicherlich nicht den gewünschten Effekt und nimmt dir den Spaß am Sport.

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