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Pille und Alkohol – ist die Verhütung noch sicher?

Die Einnahme der Pille ist einfach. Nicht zu unterschätzen ist jedoch, dass es sich hier auch um ein Medikament handelt. Was also, wenn Alkohol ins Spiel kommt? Wir zeigen, worauf du achten musst.

von , Online-Redakteurin
Tanzende Frauen in einer Bar
iStockphoto

Sie ist klein, aber effektiv: Die Antibabypille ist der sicherste Weg, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Was aber, wenn das Medikament in deinem Körper auf Alkohol trifft?

Ist ihre Wirkung dann überhaupt noch garantiert? Wir erklären, wie die Pille wirkt und woran du beim Feiern unbedingt denken solltest.
 

So wirkt die Pille

Mit dem "Pearl-Index" von Minimum 0,1 bis Maximum 0,9 gilt die Antibabypille als das sicherste Verhütungsmittel auf dem Markt.

Der Index, der nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl benannt wurde, gibt an, wie wirksam oder zuverlässig eine Verhütungsmethode ist. Je niedriger der Wert, desto sicherer ist die Methode.

Die täglich eingenommene Pille greift in den Hormonzyklus der Frau ein und schützt so vor einer ungewollten Schwangerschaft.

"Durch das im Präparat enthaltene Östrogen und Gestagen steigt die Konzentration der beiden Hormone im Blut und dem Körper wird eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Es findet kein Eisprung more statt", erklärt der Facharzt für Urologie Dr. Axel-Jürg Potempa aus München.

Obwohl Alkohol in Kombination mit anderen Medikamenten zu vielfältigen Wechselwirkungen führen kann, ist das bei der Pille nicht der Fall. Der Körper nimmt nüchtern, aber auch unter Alkoholeinfluss die Wirkstoff der Pille gleichermaßen auf, so der Mediziner.

Dennoch ist die Einnahme der Pille in Verbindung mit zu viel Alkohol nicht ganz unbedenklich.
 

Pille und Alkohol: Diese Gefahren lauern!

Folgende Aspekte solltest du beachten, wenn du Alkohol konsumierst und die Pille vor einer Schwangerschaft schützen soll.
 

Vergesslichkeit

Nach einer ausgiebigen Feier überkommt uns urplötzlich die Müdigkeit und wir wollen einfach nur ins Bett.

In betrunkenem Zustand ist die Gefahr also groß, dass der Blister auf dem Nachttisch übersehen und die Einnahme der Pille vergessen wird.

Um allerdings einen optimalen Schutz des Verhütungsmittels zu gewährleisten, sollte die Pille jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.

Wirst du am nächsten Morgen wach, kannst du die meisten Pillenpräparate auch nachträglich nehmen. Allerdings sollte das Zeitfenster nie länger als zwölf Stunden betragen. Vergewissere dich durch einen Blick in den Beipackzettel!
 

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Erbrechen und Durchfall

Aus wissenschaftlicher Sicht ist Alkohol giftig, weshalb unser Körper versucht, den Stoff auszuscheiden.

Übermäßiger Alkoholkonsum kann dazu führen, dass wir Durchfall haben oder uns übergeben – so aber werden wir nicht nur den Alkohol los, sondern in den meisten Fällen auch die Wirkstoffe der Pille.

Wurde die Antibabypille vier Stunden davor eingenommen, bleibt der Schutz bestehen, da der Körper die in der Pille enthalten Hormone bereits aufnehmen konnte.

Erfolgte die Einnahme allerdings vor weniger als vier Stunden, ist die Wirksamkeit eingeschränkt.

"Sollte sich eine Frau nach zu viel Alkohol übergeben haben oder Durchfall bekommen, ist es sinnvoll, eine weitere Pille zu nehmen, um den Schutz aufrecht zu erhalten", rät Dr. Axel-Jürg Potempa.
 

Auf Nummer sicher gehen

Um ganz sicher zu sein, sollte beim Sex nach einer durchfeierten Nacht ein Kondom verwendet werden, empfiehlt der Experte.

Dieses schützt nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Der abschließende Rat des Experten, für alle, die kein Risiko eingehen wollen: "Ich empfehle allgemein, die Pille morgens zu nehmen, damit die Wirkstoffe im Laufe des Tages über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden können und bei einer Feier am Abend bereits im Blut angelangt sind."

Ansonsten: Einfach den Alkohol weglassen! Auch damit gehst du auf Nummer sicher – und lebst gesünder.

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