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Hyalomma marginatum: Die Angst vor der Riesenzecke in Deutschland wächst

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In Deutschland fürchtet sich fast jeder Zweite vor einer Übertragung von gefährlichen Krankheiten durch exotische Zecken – diese fühlen sich hierzulande nämlich immer wohler.

von , News-Redakteurin
Zecke auf einer Hose
iStockphoto

Für das Jahr 2019 hatten Experten vor einer besonders hohen Anzahl aktiver Zecken in Deutschland gewarnt. 

Zum Leidwesen vieler Menschen zudem, dass erstmals eine tropische Zeckenart bei uns überwintert hat. 
 

Eine besonders große Zeckenart macht sich breit

Hyalomma marginatum
Universität Hohenheim / Marco Drehmann

Die sogenannte Hyalomma-Zecke fühlt sich eigentlich in Asien, Afrika und Südeuropa wohl, nun hat sie jedoch auch Deutschland für sich entdeckt. 

Schon unsere heimischen Zecken sind nicht sonderlich appetitlich, handelt es sich hierbei zu allem Überfluss um ein besonders großes, spinnenartiges Exemplar.

Und das sitzt nicht nur wartend am Wegesrand, sondern erkennt Säugetiere und kann auch uns Menschen über moreere Meter hinweg verfolgen. 

Entsprechend groß ist die Angst, selbst von solch einer Zecke 'gejagt' und gestochen zu werden. 

Hyalomma-Zecke überträgt exotische Krankheiten 

Wie eine  zeigt, fürchtet sich fast jeder zweite Deutsche (43 Prozent) vor der Übertragung gefährlicher Krankheiten durch die exotischen Zeckenarten. 

Durch die kleinen Tiere gelangt nämlich unter anderem der Virus des Krim-Kongo-Fiebers nach Deutschland. Die Todesrate durch ein Multi-Organversagen bei dieser Infektion liegt bei über 30 Prozent. 

Einen Grund zur Panik gibt es allerdings nicht. „Der Parasit, der dreimal so groß ist wie hiesige Zecken, wurde in Deutschland aber bislang nur vereinzelt nachgewiesen“, kann der Apotheker bei der KKH, Sven Seißelberg, beruhigen.
 

In der Bildergalerie: Heimische Stechinsekten im Überlick

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Zahl der Infektionen durch Zecken steigt

Die allgemeine Furcht vor den Blutsaugern wächst dennoch. Ein Drittel der Befragten, die in den vergangenen zwei Jahren von einer Zecke gestochen wurde, hat das Gefühl, häufiger unter den Tieren zu leiden.

Vor allem FSME- und Borreliose-Infektionen sind durch den gemeinen Holzbock – unserer heimischen Zeckenart – in Deutschland verbreitet. 

Nach Angaben der KKH ist die Zahl der Infektionen tatsächlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2018 erkrankten bundesweit knapp 7.000 Versicherte nach einen Stich an einer der Krankheiten. 

Das enspricht schon rund zwei Drittel der 11.000 Fälle aus dem Jahr 2017. 

"Wenn alle Zahlen ausgewertet sind, rechnen wir 2018 und auch 2019 mit deutlich more Infektionen durch Zecken als in den Jahren zuvor", resümiert Seißelberg.
 

Präventiv vor Zecken schützen

Anstatt dich vor seltenen, exotischen Krankheiten zu fürchten, solltest du daher lieber präventiv gegen jede Art von Zeckenstich vorgehen.

Das bedeutet: Helle, lange Kleidung tragen, spezielle Insektenabwehrsprays verwenden und dich nach einem Aufenthalt in der Natur gründlich absuchen.

Sollte dich doch ein kleiner Plagegeist erwischt haben, ist es wichtig, die Zecke korrekt zu entfernen. Dadurch wird das Risiko einer Infektion minimiert. 

Autor
, News-Redakteurin
Quelle
Universität Hohenheim et al. (2019): Tropische Zecken: Neu eingewanderte Art überwintert erstmals in Deutschland, abgerufen am 09.08.2019 https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=43734&cHash=5fd3c0e9da33d842f4ee127beaf7b078
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