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Riesenzecke in Deutschland: Müssen wir Angst vor Fleckfieber haben?

Die tropische Hyalomma-Zecke ist bis zu zwei Zentimeter groß, kann Säugetiere über moreere Meter verfolgen und hat nun vermutlich erstmals einen Menschen mit dem Zecken-Fleckfieber infiziert.

von , News-Redakteurin
die tropische hyalommazecke
iStockphoto

Die Hyalomma-Zecke stammt aus Afrika und Asien, ist deutlich größer als unser heimischer gemeiner Holzbock und kann zu allem Überfluss Säugetiere erkennen und aktiv jagen. 

Dabei sieht das zwei Zentimeter große Zeckenexemplar mit den gestreiften Beinen nicht nur unappetitlich aus, sie birgt auch eine potentielle Gefahr für unsere Gesundheit
 

Erster Patient mit Fleckfieber

Mit der Riesenzecke kommen nämlich auch einige exotische Krankheiten nach Deutschland – so auch das sogenannte Fleckfieber.

Wie jetzt bekannt wurde, hatte sich ein Pferdehalter aus dem Raum Siegen in Nordrhein-Westfalen damit bereits Ende Juli angesteckt. Übertragen wurde die Krankheit vermutlich durch den Biss einer Hyalomma-Zecke

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Der Betroffene konnte mit Antibiotika erfolgreich behandelt werden, sodass die Symptome schnell wieder verschwanden.
 

Krankheitsübertragung durch Zecke möglich

„Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch an Menschen geht“, stellt Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim,. 

„Es besteht leider auch der dringende Verdacht, dass hier in Deutschland eine Übertragung des Zeckenfleckfiebers durch die Tiere tatsächlich möglich ist.“
 

Fleckfieber: Symtopme und Inkubationszeit

Die Forscher gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Riesenzecken mit dem Bakterium Rickettsia aeschlimannii infiziert sind. 

Die Symptome, die bei einer Übertragung ausgelöst werden, sind alles andere als angenehm:

  • Fieber mit Kopf- und Muskelschmerzen
  • extreme Gelenkschmerzen
  • ein Gefühl, als würde man verbrennen
  • Hautausschlag

Die Inkubationszeit von Fleckfieber beträgt etwa eine Woche.
 

Andere Viren bisher nicht gefunden

Die zweite gute Nachricht neben der erfolgreichen Behandlung des Betroffenen von Fleckfieber: Bisher sind die Rickettsia-Erreger die einzigen tropischen Krankheitserreger, die in Deutschland festgestellt werden konnten.  

„Das Virus, das das gefährliche Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber verursacht, haben wir bisher nicht gefunden“, kann Dr. Gerhard Dobler, Mediziner am IMB, beruhigen. 
 

Institute bitten um Mithilfe

Ein Zeckenbiss ist nie eine schöne Angelegenheit. Doch gerade jetzt ist es wichtig, die Tiere nicht nur schnellstmöglich zu entfernen und zu entsorgen.

Vor allem, wenn das Exemplar ungewöhnlich groß aussieht, solltest du die Zecke zur Untersuchung in einem festverschlossenen Behälter an Experten schicken. Dies kann auch eine notwendige Behandlung erleichtern.

Zeckenfunde senden an:

Universität Hohenheim
Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Fachgebiet für Parasitologie
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart

Autor
, News-Redakteurin
Quelle
Universität Hohenheim (2019): Tropische Zecke: Erster Verdachtsfall auf Fleckfieber-Übertragung in Deutschland, abgerufen am 15.08.2019: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=44374&cHash=9ae742b2a53c8a4fde9cd4932ae1cdd2
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