.

Warum wir im Urlaub ruhig faulenzen sollten

Es muss nicht immer volles Programm mit Sightseeing, Extremsport oder Nonstop-Party sein – wer einfach faul ist und sich aus dem durchgetakteten Alltag ausklinkt, tut sich und seiner Gesundheit einen großen Gefallen.

von Cover Media
Junges Paar am Strand
iStockphoto

Zu welcher Gruppe gehörst du: zu denen, die im Urlaub möglichst viel machen und erleben wollen, oder denen, die das süße Nichtstun in vollen Zügen genießen?

Während so manche möglichst viel aus der arbeitsfreien Zeit herauszuholen möchten, gibt es auch gute Gründe, genau das Gegenteil zu tun – nämlich nichts.
 

Einfach mal "niksen"

Unsere niederländischen Nachbarn haben sogar ein Verb fürs Faulenzen: niksen!

In Zeiten, in denen alles möglichst effizient ablaufen soll und der Burnout fast schon als Volkskrankheit bezeichnet werden kann, sollten wir uns vielleicht mal wieder daran erinnern, dass es völlig in Ordnung ist, auch mal zu trödeln, zu träumen und nichts Sinnvolles zu tun – ob nun am Wochenende oder im Urlaub.

"Niksen ist die Kunst des Nichtstuns, ziellos und ohne den Zwang, produktiv sein zu müssen. Das kann alles Mögliche bedeuten, einfach still dazusitzen oder Musik zu hören oder im Garten herumzuwandern", erklärt Psychotherapeutin Helena Lewis in der britischen Tageszeitung .

Die Gesundheit profitiert vom Nichtstun

Während es für unsere Gesundheit durchaus wichtig sein kann, was wir tun – genug gehen, das Richtige essen zum Beispiel –, ist auch das Ausruhen und Pause machen wichtig.

Das Abschalten hilft uns nicht nur, Stress loszuwerden und uns zu entspannen, es macht uns auch wieder produktiver und kreativer, wenn wir dann wieder an die Arbeit gehen.

Es ist also gar nicht so verkehrt, sich ein schönes Hotel oder eine Ferienwohnung zu suchen, sich ein nettes Plätzchen in der Sonne oder unter einem Baum zu ergattern, um dort zu dösen oder mal ein Buch zu lesen, statt die Liste der örtlichen Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten.
 

Faul sein: So manchem macht das Schuldgefühle

Professor Brian O‘Connell vom University College Dublin hat dem Thema Müßiggang ein ganzes Essay gewidmet: "Es gibt viele Philosophen der Moderne, die uns sagen, dass Faulsein schlecht ist. Es ist modern, Müßiggang zu verdammen, weil uns das angeblich davon abhält, wichtige Dinge zu vollbringen. So sagte man früher beispielsweise, dass es zur Degeneration führen würde", erklärte er gegenüber dem .

Viele von uns sind so auf Leistung gedrillt, dass uns das schlechte Gewissen packt, wenn wir einfach so in den Tag hineinleben.

Falls du auch dazu gehörst, erteile dir doch einfach die offizielle Erlaubnis zum Niksen und sieh genau dies als dein einziges "To Do" im nächsten Urlaub: So herrlich faul zu sein, wie es dir gefällt! Mal sehen, ob du dich wie neu fühlst, wenn du wieder nach Hause reist.

Hat dir dieser Artikel gefallen?