.

E-Scooter Test: Vier aktuelle Modelle im Praxischeck

26

Kaum sind E-Scooter offiziell auf den Straßen erlaubt, sieht man sie bereits fast überall. Aber lohnt sich die Anschaffung der elektrischen Flitzer? Themanorcentralparks hat vier Modelle unter die Lupe genommen und auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

von , News-Redakteurin
Bild zum Thema Im Test: E-Scooter
Nächstes Video wird abgespielt in5
Video abspielen

Für bestimmte Links in diesem Artikel erhält Themanorcentralparks eine Provision vom Händler. Diese Links sind mit einem Icon gekennzeichnet. Mehr

Seitdem der Gesetzgeber die Hürden für eine Straßenzulassung von Elektro-Scootern deutlich gelockert hat, sieht man zumindest in Großstädten immer more Leute auf Rollern durch die Gegend flitzen.

Insbesondere Leihroller prägen das Stadtbild, die inzwischen an jeder Ecke zu finden sind.

Praktisch, allerdings auch schnell ins Budget gehend, wenn man regelmäßig auf sie zurückgreift.

Wer auf das entspannte Rollerfahren aus seinem Alltag nicht verzichten möchte, für den könnte sich daher auf Dauer die Anschaffung eines eigenen E-Scooters lohnen.
 

Immer more E-Scooter werden STVO-konform

Im weltweiten Vergleich ist Deutschland in Sachen E-Mobilität spät dran. Abgesehen von den USA, wo San Francisco die erste Stadt überhaupt mit E-Scootern auf den Straßen war, cruisen elektronische Tretroller auch schon in anderen EU-Ländern wie Frankreich, Dänemark, Schweden und auch Österreich herum.

Erst seit Juni 2019 sind E-Scooter nun auch unter bestimmten Voraussetzungen im öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland zugelassen.

Dafür müssen die Roller einige Sicherheitsbedingungen erfüllen, dazu gehören die Ausstattung mit Licht und Reflektoren, zwei unabhängige Bremsen und eine funktionierende Klingel. Außerdem müssen sie einen aktuellen Versicherungsaufkleber sowie eine gültige Betriebserlaubnis vorweisen können, um als STVO-konform durchzugehen.

Dann darf man ab einem Alter von 14 Jahren bei maximal 20 km/h und ausschließlich auf Radwegen und Straßen mit den E-Scootern fahren.

Entsprechend arbeiten viele Hersteller mit vollem Eifer daran, die STVO-Zulassung für ihre Roller zu erlangen.

Der erste Scooter, der damit Erfolg hatte, war der Metz Moover. Allerdings ziehen immer more Anbieter mit günstigeren Preisen und neuen Features nach.
 

Vier E-Scooter-Modelle im Test

Wir haben vier verschiedene E-Scooter Modelle getestet, die entweder bereits eine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr haben oder bei denen die Hersteller gerade mit Nachdruck an der entsprechenden Genehmigung arbeiten.

Alle Modelle verfügen bereits über Standardausstattungen wie Bremsen, Licht und Bordcomputer. Allerdings fallen hier bereits qualitive Unterschiede auf – mit zum Teil erheblichen Auswirkungen auf die Sicherheit im Straßenverkehr.

Wenn zum Beispiel statt zwei Bremsen nur eine vorhanden war, haben wir dieses Manko in der Gesamtbewertung besonders deutlich in Abzug gebracht.

Darüber hinaus unterscheiden sich die E-Roller zum Teil schon beim Gasgeben erheblich. Während zum Beispiel ein getestetes Modell beim Gasgeben sofort losbraust, sind die anderen drei Modelle zur Sicherheit mit einem Kick-Start Modus ausgestattet. Hier muss man erstmal durch Eigenantrieb ein gewisses Tempo erreichen, ehe der Elektromotor unterstützt.

Daneben ist die Motorleistung entscheidend dafür, ob man mit den Rollern auch Steigungen mühelos erklimmen kann.

Einsteigermodelle liegen meistens bei 150 bis 250 Watt. Unsere getesteten Modelle hatten alle 250W oder more und performten daher in dieser Hinsicht allesamt gut. Je höher die Wattleistung jedoch ist, desto noch steiler kann es hinauf gehen, ohne dabei an Geschwindigkeit einzubüßen.

Aber auch sonst gibt es große Unterschiede bei den Rollern – nicht nur im Preis, sondern auch in ihrer Handhabung, Reichweite sowie in praktischen Details wie Fahrradständer, Tempomat etc.
 

Metz Moover

Metz Moover
Metz Moover

Preis:   (UVP des Herstellers)

Straßenzulassung: ja

Gewicht: 16,5 kg

Maximale Traglast: 110 kg

Ladedauer: bis zu 4 Stunden

Maximale Reichweite: 25 km

Maximale Geschwindigkeit: 20 km/h

Power (Nennleistung): 250 W 

Besondere Ausstattungsmerkmale:

  • Kick-Start-Funktion
  • Schrittgeschwindigkeitsmodus
  • Licht geht automatisch an
  • sehr breite Trittfläche
  • Gepäckträger
  • sehr stylisches Design

Unser Fazit: 

Ein hochpreisiges Schmuckstück, mit dem sich dank der großen Reifen selbst über Kopfsteinpflaster noch angenehm fahren lässt.

Beim Aufbau kommt man allerdings ums Schrauben nicht herum und die Bedienungsanleitung ist nicht besonders intuitiv. Steht er dann aber erst einmal, ist das Fahrgefühl top und der Metz Moover in dieser Kategorie unser Favourit.

Der Preis um die 2000 Euro ist allerdings üppig.

Gesamtbewertung: 4 / 5
 

EFlux Lite One

EFlux Lite One
Miweba

​Preis:  (UVP des Herstellers)

Straßenzulassung: wird angestrebt

Gewicht: 10,8 kg

Maximale Traglast: 125 kg

Ladedauer: circa 6 Stunden

Maximale Reichweite: 30 km

Maximale Geschwindigkeit: bis 30 km/h

Power (Nennleistung): 350 W 

Besondere Ausstattungsmerkmale:

  • ohne Kick-Start-Funktion
  • drei Geschwindigkeitsstufen
  • schlichtes Design, gebrandeter Aufkleber kann nach Belieben angebracht werden
  • Tempomat
  • Rücktrittbremse
  • kein Ständer

Unser Fazit: 

Tolles Preis-Leistungsverhältnis mit ordentlich Power trotz leichten Gewichts.

Auch wenn die hohen Geschwindigkeiten Spaß bringen, wird der Scooter für eine Straßenzulassung noch auf 20 km/h gedrosselt werden müssen.

Ausbesserungsfähig ist der fehlende Ständer, was im Alltag wirklich unpraktisch ist. Außerdem ist die Klingel gewöhnungsbedürftig, die anstelle eines richtigen Klingelns nur einen Piepton von sich gibt.

Das Zusammenfalten benötigt anfangs etwas Übung. Dann aber ist der Scooter aufgrund des leichten Gewichts am besten von allen Testmodellen mitzunehmen.

Zudem hat der E-Scooter von allen getesteten Modellen die schnellste Beschleunigung und ist der einzige mit einstellbarem Tempomat.

Gesamtbewertung: 4 / 5

 

Wizzard 2.0

Wizzard
Wizzard

​Preis:  

Straßenzulassung: nein

Gewicht: 16,5 kg

Maximale Traglast: 100 kg

Ladedauer: 4-5 Stunden

Maximale Reichweite: 35 km

Maximale Geschwindigkeit: bis 35 km/h

Power (Nennleistung): 350 W 

Besondere Ausstattungsmerkmale:

  • Kick-Start-Funktion
  • drei Geschwindigkeitsmodi
  • nur eine Bremse
  • Bremslicht hinten
  • automatisches LED Licht vorne

Unser Fazit:

Beim Wizzard läuft das Auf- und Zusammenklappen besonders geschmeidig.

Abzüge gibt es allerdings für nur eine Bremse. Das fühlt sich ungewohnt an und ist gerade bei Geschwindigkeiten bis zu 35 km/h ein echtes Risiko.

Auch wenn dieses Modell ebenfalls noch für eine bauartbedingte Höchtgeschwindigkeit von nicht more als 20 km/h sorgen müsste, ehe es im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wird – eine Bremse ist einfach zu wenig.

Weitere Minuspunkte in Punkto Sicherheit gibt es für das sehr unscheinbare Vorder- und das fehlende Rücklicht.

Die Geschwindigekeitsmodi sind bei diesem Scooter allerdings besonders sinnvoll eingeteilt in Slow Mode (6 km/h), Middle Mode (20 km/h) und Fast Mode (35 km/h).

Gesamtbewertung: 3 / 5
 

The URBAN #HMBRG

The Urban E-Scooter
Walberg Urban Electrics

Preis:  (UVP des Herstellers)

Straßenzulassung: ja

Gewicht: 17 kg

Maximale Traglast: 100 kg

Ladedauer: 4-6 Stunden für 100 % (70 % nach 2 Stunden)

Maximale Reichweite: 25 km

Maximale Geschwindigkeit: 20 km/h

Power (Nennleistung): 350 W 

Besondere Ausstattungsmerkmale:

  • Kick-Start-Funktion
  • fünf Geschwindigkeitsmodi
  • Anti-Rutsch-Griffe
  • mitgeliefertes Vorderlicht, das exra anzubringen ist
  • Bremslicht hinten

Unser Fazit:

Der URBAN #HMBRG ist ein stabiler E-Scooter, der angenehm leicht zusammenfaltbar ist und im coolen Design daherkommt. 

Wir haben das Vorlaufmodell des URBAN getestet, welches noch kein Rücklicht besaß und außerdem Geschwindigkeiten von 30 km/h und more erreichte.

Das inzwischen STVO-konforme Modell hat hier nachgerüstet und besitzt nun nicht nur ein Rücklicht, sondern auch seitliche Reflektoren. Außerdem wurde die maximale Geschwindigkeit entsprechend der Straßenverkehrsordnung auf 20 km/h gedrosselt.

Die angenehm breite Trittfläche wird nur noch vom Metz Moover überboten. Dafür fährt er sich ebenso sanft auch bei unebenen Böden und ist deutlich günstiger als der rote Pionier.

Das neue inzwischen erhältliche STVO-konforme Modell ist daher unser Testsieger.

Gesamtbewertung: 5 / 5
 

Pro und Contra: Lohnt sich der Kauf eines E-Scooters?

Gerade zu Anfang ist der Spaßfaktor beim E-Scooter-Fahren natürlich riesig. Es ist unkompliziert und bequem und die Einklapp- sowie Tragefunktion hält einem außerdem die Flexibilität für spontane Planänderungen offen.

Letzten Endes muss aber jeder für sich selbst entscheiden, ob und unter welchen Umständen der Kauf eines E-Scooters wirklich Sinn macht.
 

Pro:

  • Das Fahren bringt einfach Spaß
  • Man kommt nicht ins Schwitzen. Gerade auf dem Weg zur Arbeit kann das ein großer Vorteil gegenüber dem Fahrradfahren sein
  • Es gibt keine ölige Fahrradkette, an der man mit der Kleidung hängen bleiben könnte
  • Man fährt fast kontinuierlich gleich schnell – auch bei Steigungen und Gegenwind
  • Alle getesteten E-Scooter lassen sich einklappen und mit in den Fahrstuhl, ins Büro, in die U-Bahn etc. nehmen.
  • Auch Sportmuffel könnten so motiviert werden, sich more an der frischen Luft fortzubewegen.
  • Insbesondere beim Erkunden von neuen Städten sind die E-Scooter eine angenehme Alternative zu Hop On Hop Off-Bussen.
     

Contra:

  • Körperliche Betätigung bleibt völlig aus
  • Ist der Akku leer, ist der Spaß vorbei
  • Die Roller lassen sich nicht richtig an- bzw. abschließen. Man muss sie also wirklich überall mitreinnehmen – das kann auf Dauer zum Kraftakt werden
  • Bis auf den Metz Moover hat kein E-Scooter Vorrichtungen für Gepäckträger oder Körbe.
  • Mit der Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h hat man im Straßenverkehr eine merkwüdige Zwischenposition inne: Fußgängern kommt man zwar als Raser vor, aber neben flotten Radfahrern und insbesondere dicht vorbeisausenden Autos fühlt man sich auf den Straßen schnell etwas verloren
  • Bei Regen sollten die E-Scooter laut Bedienungsanleitungen aus Sicherheitsgründen besser zu Hause bleiben
  • Oft wird vom E-Scooter als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel gesprochen, aber Fakt ist: Mit seinen Eigenschaften kann er kein Auto ablösen, sondern nur ein Fahrrad.
    Das allerdings kommt ganz ohne Strom aus und ist damit noch immer die umweltschonendste Variante der Fortbewegung.
Hat dir dieser Artikel gefallen?