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Abnehmen: Ist ein Cheat Day während einer Diät sinnvoll?

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Burger, Pizza, Kuchen: An einem Cheat Day ist alles erlaubt, was in einer Diät wohlmöglich verboten ist. Doch ist es wirklich sinnvoll, sich am Cheat Day ungesunde Lebensmittel zu gönnen, ohne sein Abnehmziel zu gefährden?

von , Ernährungswissenschaftlerin
Ist ein Cheat Day während einer Diät sinnvoll?
iStockphoto

Jeder kennt es sicherlich: Der Sonntag ist der neue Cheat Day. An diesem Tag werden alle strikten Diäten und Ernährungspläne außer Kraft gesetzt und über Bord geworfen.

Gesunde Lebensmittel landen nun nicht auf den Tellern, sondern all das, was unter der Woche „verboten“ ist, vor allem kohlenhydrathaltige, fettreiche Gerichte wie Pizza, Burger, Süßigkeiten und Kuchen.

Doch kann der Cheat Day eine Diät gefährden oder ist er maßgeblich für ein erfolgreiches Abnehmen?
 

Was ist ein Cheat Day genau?

Das Wort „cheat“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „schummeln, mogeln, tricksen“ – daher ist der „Cheat Day“ auch als „Schummeltag“ bekannt.

Bezogen auf die Ernährung wäre der Schummeltag ein Tag, an dem gegessen wird, worauf du Lust hast, ohne einen strikten Ernährungsplan zu verfolgen.

Das Cheat Day-Phänomen ist gerade unter Athleten oder Leistungssportlern eine Methode, um einen durchtrainierten Körper zu erzielen, indem kurz die harte Routine durchbrochen und ein gesundes Mindset gefördert wird, auch als „Ladetag“ bekannt.

Aber es gibt gewisse Regeln, sodass ein Cheat Day nicht zur völligen Eskalation wird, und Heißhungerattacken eine Modeerscheinungen werden.

3 Regeln für den Cheat Day

  • Anstatt sich den kompletten Tag von ungesunden Sachen zu ernähren, setze eher auf die „Cheat Meal“-Strategie. Das bedeutet: Gönne dir am Cheat Day nur ein einziges ungesundes Gericht wie Pizza oder Kuchen, und ernähre dich ansonsten clean.
  • Behalte deinen Gesamtumsatz sowie deine wöchentliche Kalorienbilanz im Auge. Hast du beispielsweise an den anderen Tagen ein größeres Kaloriendefizit als geplant erreicht, dann kann eine „Schummelmahlzeit“ deine Diät überhaupt nicht gefährden.
  • Ein Cheat Day sollte kein Freifahrtschein für Carbo-Loading, Binge Eating oder eine Erklärung für „normale“ Heißhungerattacken sein. Greife an Cheat Days lieber zu den etwas „gesünderen“ ungesunden Lebensmitteln wie dunkler Schokolade anstatt Erdnuss-Schokoladenriegel oder zur vegetarischen Pizza statt zur Quattro Formaggi mit Extra-Salami.

Vorteile von Cheat Days

  • Positives Mindset: Ein Cheat Day kann dazu führen, dass man keine „Versagensängste“ während einer Diät bekommt. Der Genuss und die Freude am Essen sollten nach wie vor wichtig sein.
  • Auffüllen von Gykogenspeichern, vor allem in einer Low Carb- oder ketogenen Diät. Das gibt dir neue Energie und unterstützt deinen Trainingserfolg sowie den Muskelaufbau.
  • Neue Energie zum Durchhalten des Ernährungs- und Trainingsplans.
  • Soziale Kontakte werden gefördert: Pizza beim Lieblingsitaliener um die Ecke oder Kaffee und Kuchen mit Freunden – soziale Kontakte sind wichtig, um kurz seinen Kopf abzuschalten und seine Routine zu vergessen.
  • Regelmäßige Cheat Days bzw. Cheat Meals bringen während einer Diät den Stoffwechsel in Schwung und verhindern einen Jojo-Effekt, da sich der Körper somit nicht in einem dauerhaften Energiesparmodus befindet.

Themanorcentralparks-Fazit

Andra Schmidt
privat

Ist ein Cheat Day wirklich gesund und kann das Abnehmen unterstützen? Das sagt unsere Themanorcentralparks- Ernährungswissenschaftlerin Andra Schmidt zum Thema:

„Einen kompletten Cheat Day sehe ich eher kritisch. Die Gefahr ist tatsächlich zu groß, dass Abnehmwillige ihre wöchentliche Kalorienbilanz und ihren hart erkämpften Erfolg an einem einzigen Tag zunichte machen.

Ich sehe das „Cheat Meal“ als eine bessere Möglichkeit, seine Diät und den Muskelaufbau zu unterstützen. So bleiben Heißhungerattacken und ein schlechtes Gewissen bestenfalls aus, Glückshormone werden ausgeschüttet, Glykogenspeicher aufgefüllt, Stress abgebaut und somit im gleichen Atemzug Testosteron aufgebaut, welches den Muskelaufbau wiederum unterstützt.

Am besten solltest du das Prinzip „If it fits your makros“ verfolgen, so besteht nicht die Gefahr, dass du über deinen Gesamtumsatz hinaus schlemmst.“

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