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Wer auf Fleisch verzichtet, erhöht sein Schlaganfallrisiko

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Eine auf Pflanzen basierte Ernährung gilt als gesundheitsförderlich. Eine aktuelle Studie hat nun jedoch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Vegetariern und Veganern festgestellt.

von , News-Redakteurin
Freunde essen im Garten
iStockphoto

Viel Fleisch zu essen, kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Vermoret auf pflanzliche Produkte zu setzen, gilt hingegen als nachhaltig und äußerst gesund. 

Wie eine aktuelle Studie zeigt, scheint die vegetarische Ernährung jedoch nicht ausschließlich mit Vorteilen verbunden zu sein: Zwar senkt eine fleischlose Ernährung zwar das Risiko für Herzerkrankungen, jedoch steigt dafür das Schlaganfallrisiko. 
 

Langzeitstudie über Ernährungsangewohnheiten

Die Verantwortlichen der Langzeitstudie, die im "" veröffentlich wurde, untersuchten über 18 Jahre lang rund 48.000 Menschen. 

Sowohl zu Beginn und als auch am Ende der Studie wurden die Personen zu ihrer Ernährung befragt.

Bestehende Krankheiten, Angewohnheiten wie Rauchen, oder körperliche Aktivitäten berücksichtigten die Forscher ebenfalls. 

Die Hälfte der Probanden gab an, Fleisch zu essen. Etwas more als 16.000 Teilnehmer waren Vegetarier oder Veganer und rund 7.500 Personen gaben an, Pescetarier zu sein. 

Innerhalb des Forschungszeitraums gab es 2.820 Fälle von koronarer Herzkrankheit (KHK) und 1.072 Schlaganfälle – darunter 300 hämorrhagische Schlaganfälle, die auftreten, wenn ein Blutgefäß platzt und ins Gehirn blutet.
 

Schlaganfallrisiko durch Vitamin B12-Magel 

Dabei hielten die Forscher fest, dass bei den Pescetariern das KHK-Risiko um 13 Prozent geringer war als bei den Fleischessern.

Bei den Vegetariern und Veganern schwand die Gefahr um weitere 9 Prozent. 

Das klingt zwar vielversprechend, allerdings war bei den pflanzlichen Ernährungsweisen das Schlaganfallrisiko um 20 Prozent erhöht.

Die Forscher vermuten, dass dies mit dem niedrigen Vitamin B12-Spiegel zusammenhängen könnte, der durch die fehlende Aufnahme tierischer Produkte begünstigt wird. 

Allerdings seien noch weitere Studien erforderlich, um den Zusammenhang genauer zu untersuchen. Es sei jedoch auch möglich, dass diese Werte nicht mit der Ernährung zusammenhängen, sondern durch andere Lebensumstände begünstigt werden. 

 

In der Bildergalerie: DIe besten eisenhaltigen Lebensmittel

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Keine direkten Schlüsse möglich

Da es sich hierbei nur um eine Beobachtungsstudie handelt, können die Forscher nämlich keine direkten Schlüsse ziehen. 

"Sie haben sich jahrelang angesehen, was die Leute gegessen haben. Es handelt sich also nur um eine Assoziation, nicht um Ursache und Wirkung", erklärt Dr. Frankie Phillips von der .

"Die wichtige Botschaft für alle ist jedoch, dass es sinnvoll ist, eine gut geplante Ernährung zu haben und eine große Auswahl an Lebensmitteln zu sich zu nehmen."

Wichtig zu beachten: Seit Beginn der Studie hat sich die typisch vegetarische oder vegane Ernährung durch das wachsende Angebot an fleischlosen Fertiggerichten stark geändert. Ältere erhobene Daten können daher nicht so einfach auf die heutigen Essweisen übertragen werden. 

Die Forscher betonen zudem die Gesundheitsrisiken, die mit dem Verzehr von verarbeitetem und rotem Fleisch verbunden sind, das mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung gebracht wurde.
 

Nährstoffreich und ausgewogen

Unabhängig vom Ernährungsstil – also ob vegan, vegetarisch oder mit Fleisch – kannst du dich an folgenden Punkten für eine gesunde Ernährung orientieren:

  • Iss täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse.
  • Viele Ballaststoffe wie aus Kartoffeln, Brot, Reis oder Nudeln sind wichtig.
  • Das Eiweiß darf nicht zu kurz kommen: mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, Tofu oder ungesalzene Nüsse.
  • Auch Milchprodukte bzw. Alternativen gehören dazu.
  • Stark verarbeitete, fettige, zuckerhaltige oder sehr salzige Lebensmittel nur in kleinen Mengen verzehren.

Du ernährst dich vegan oder vegetarisch? Dann achte zusätzlich darauf, dass du bestimmte Nährstoffe durch Nahrunsgergänzungmittel zu dir nimmst – Vitamin B12 gehört beispielsweise dazu.

Gleiches gilt für Eisen, dass du besonders gut aus Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Trocken- und Hülsenfrüchten beziehen kannst. 

Autor
, News-Redakteurin
Quelle
Tong, T., et. al (2019): Risks of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford study, abgerufen am 05.09.2019 https://www.bmj.com/content/366/bmj.l4897
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